Der spanische Teil des Jakobsweges ist sowohl für Einsteiger als auch für Profis eine spannende Herausforderung, die dir ganz viel Natur und Entdeckungsmöglichkeiten bietet. Die schönsten Jahreszeiten sind das Frühjahr und der Herbst, aber auch im Sommer ist der spanische Jakobsweg mit etwas Vorbereitung machbar. Hier musst du aber mit mehr Hitze rechnen, denn in Spanien wird es schon im Juni oft heißer als 30 Grad. Wir sagen dir, warum du den Jakobsweg in Spanien erleben musst.
Der beliebteste Abschnitt ist der Jakobsweg ab Sarria
Wenn du das erste Mal Pilgerluft schnuppern willst und nicht unendlich viele Urlaubstage im Gepäck hast, ist das galicische Städtchen Sarria der perfekte Startpunkt für dich. Dieser Abschnitt umfasst die letzten gut einhundert Kilometer des berühmten Camino Francés, was genau der Mindestdistanz entspricht, die du für den Erhalt der begehrten Pilgerurkunde benötigst.
Auf diesen letzten Etappen bist du niemals allein. Der Weg ist hervorragend ausgebaut und die Dichte an kleinen Cafés, schattigen Rastplätzen und urigen Herbergen ist hoch. Du wanderst durch tiefe Eichenwälder, vorbei an alten Steinmauern und durch winzige Bauerndörfer, in denen die Zeit scheinbar stehengeblieben ist.
Da diese Strecke auch konditionell gut zu bewältigen ist, eignet sie sich ideal, um ohne großen Leistungsdruck herauszufinden, ob das Pilgern zu deinem neuen Hobby werden könnte.
Was du über den spanischen Jakobsweg wissen musst
Pilgern folgt in Spanien ganz eigenen, ungeschriebenen Gesetzen. Der Tag startet schon morgens, wenn es noch kühl ist und die Mittagssonne noch ein paar Stunden auf sich warten lässt.
Auf deiner Reise ist der Credencial dein wichtigster Begleiter. Das ist der Pilgerausweis, den du dir in den Kirchen, Bars und Unterkünften entlang deines Weges abstempeln lässt. Die Stempel beweisen deine erbrauchte Leistung.
In Sachen Verpflegung ist Spanien perfekt für Pilger gerüstet. Fast in jedem lokalen Restaurant bekommst du ein günstiges Menü del Peregrino, das aus zwei reichhaltigen Gängen, Wasser und Wein besteht, damit du deine Energiespeicher nach einem langen Fußmarsch wieder auffüllen kannst.
Erlebe Provinzstädte und weite Gelder
Fernab der Naturpfade führt dich der Jakobsweg durch geschichtsträchtige Städte mit ganz individuellem Charme. An Orten wie Pamplona und Logrono, Burgos oder Leon findest du schöne Kontraste zu den einsamen Wald- und Wiesenabschnitten. Spaziere durch die gotischen Kathedralen, probiere Tapas und tauche in die Welt der Spanier ein.
Dazwischen durchquerst du immer wieder raue und schöne Landschaften, entdeckst die kastilische Hochebene und kannst in der baumlosen Getreidekammer dein Inneres herausfordern. Der weite Horizont und die Ruhe löst bei vielen Pilgern ein tiefes Gefühl der Entspannung aus.
Das erwartet dich in Santiago de Compostela
Wenn du das Ziel auf der Plaza del Obradoiro erreicht hast, ist das ein besonders emotionaler Moment auf deiner Reise. Der Ballast fällt von dir ab, du bist erschöpft aber genießt den Moment auf den warmen Steinplatten.
In der Stadt selbst tobt das Leben. Lass dich zum Pilgerbüro treiben und hole dir deine Compostela ab. Ein absolutes Pflichtprogramm ist der Besuch der internationalen Pilgermesse in der Kathedrale. Mit etwas Glück erlebst du dort den Einsatz des riesigen Weihrauchfasses, dass von den Männern an Seilen in einer atemberaubenden Geschwindigkeit durch das Querschiff der Kirche geschwunden wird.


