Jeder Reisende kennt das: Man freut sich teilweise schon lange auf ein bestimmtes Reiseziel. Vor Ort ist man dann allerdings schnell enttäuscht – denn so wie auf den Bildern sieht es dort gar nicht aus. Schnell sind die Erwartungen enttäuscht und der Urlaub im schlimmsten Fall verdorben. Adrian und Christoph vom Reisepodcast Welttournee haben zusammen schon über 100 Länder gesehen. Sie kennen die schönen Ecken des Erdballs, haben aber auch schon die ein oder andere Enttäuschung erlebt. Hier stellen sie ihre Top 5 der enttäuschendsten Orte der Welt vor und geben Tipps für Alternativen. Da die beiden lieber über die schönen Orte berichten sind diese Meinungen völlig subjektiv.

Mailand – graue Stadt in Italien

Die Stadt der Mode. Ein tolles Bild schwebt einem meist vor, wenn man an die Metropole in Italien denkt. Doch wirkliche Highlights gibt es kaum. Abseits des Zentrums ist die Stadt grau in grau – eine typische Wirtschaftsmetropole. Viel touristisches spielt sich um den “Duomo di Milano” ab. Von außen beeindruckt die riesige Kirche sofort, doch drinnen macht sich die Enttäuschung breit – ganz nach dem Motto außen hui, innen pfui.

Auch das große Einkaufszentrum “Galleria Vittorio Emmanuele II” beeindruckt, wenn überhaupt, nur kurz. Und die berühmte Oper “Scala”? Von außen eher unspektakulär. Will man rein, geht es schnell ins Geld.

Während man in Rom die chaotische Pracht der imperialen Stadt bewundert, sich in Venedig der romantischen Stimmung hingibt und in Florenz der Renaissance nahekommt, hat man in Mailand … Beton. Eine angenehmere Alternative ist daher ein Ausflug nach Bergamo. Die Stadt liegt rund eine Stunde von Mailand entfernt und ist perfekt mit dem Zug zu erreichen. Kleine Gassen, nette Restaurants, typische Kaffees und tolle Aussichten von der Oberstadt.

Bukarest – das Zentrum der Junggesellenabschiede auf dem Balkan

Wer schonmal eine Sommernacht in Rumäniens Hauptstadt verbracht hat, weiß das Wort Nachtruhe erst zu schätzen. In der Altstadt von Bukarest übertrumpfen sich die verschiedenen Bars mit ihrer Lautstärke. Fast so, als ob es einen Gewinner nach dem Motto “Der Lauteste siegt” geben könnte.

Auch hier gilt das alte Sprichwort “Hunde die bellen beißen nicht” (hat das schonmal jemand auf eine Bar angewendet?). Viele Junggesellenabschiede ziehen am Wochenende durch die Stadt. Die Promoter versuchen Kunden mit seltsamen Getränken in die Bars zu locken und Taschendiebe haben im Menschengewühl ihren Spaß. Wenn man es zurück über schlafende Bettler und Kinder in seine Herberge geschafft und ein paar Stunden Schlaf bekommen hat, bringt auch der nächste Morgen keine Überraschungen.

Viele Sehenswürdigkeiten gibt es nicht in Bukarest. Die, die es gibt, sind genau wie in Mailand aus Beton. Eine der größten Betonansammlungen der Erde (offiziell eins der flächenmäßig größten Gebäude der Welt) ist der Parlamentspalast.

Ende der 70er Jahre wurden für den Bau rund 40.000 Wohnungen, ein Dutzend Kirchen und drei Synagogen dem Erdboden gleichgemacht, sowie Teile der Altstadt zwangsgeräumt. Heute residiert im Palast mit seinen 3.000 Zimmern und 200 Toiletten die rumänische Abgeordnetenkammer. Fernglas nicht vergessen.

Als Alternative lohnt sich eine Reise nach Belgrad. Der abgerockte Style der Stadt erinnert an das Berlin der 90er Jahre und die Lage am Fluss ist im Sommer wunderschön.

Bali – Trauminsel mit Massentourismus

Unter Reisenden gehört es zum guten Ton, wenn man sagt man “kenne” Bali. So ziemlich jeder war schon da. Unzählige Instagram Fotos bezeugen das ständig. Kokosnuss schlürfend am Strand, ein Selfie im Tempel, eine Yoga-Stunde in Ubud und natürlich darf das obligatorische Foto mit dem Surfbrett unter dem Arm nicht fehlen. Der (eigentlich wunderschönen) Insel merkt man den Massentourismus an.

Die gesamte Infrastruktur im Süden ist auf den Tourismus ausgerichtet. Schon am Flughafen belagern Taxifahrer die ankommenden Touristen in der Ankunftshalle. Kuta-Beach ist der “Ballermann” der Australier. Im Sommer fallen sie in Scharen hier ein. Dementsprechend viel westlich anmutende Restaurants und Bars haben sich hier breit gemacht. Indonesisches Essen zu finden wird zur echten Herausforderung. Dafür gibt es T-Shirt-Shops und billige Tattoo Studios, die nicht nur von betrunkenen Australiern zu späten Stunde genutzt werden.

Um ein ruhiges Eckchen zu finden, muss man schon ziemlich weit rausfahren. Plastikmüll ist auf der Insel ebenfalls mehr als genug vorhanden und so lohnt sich eher ein Trip nach Lombok oder die Gili Inseln. Vom Massentourismus sind die zwar auch nicht verschont, aber ganz so schlimm wie auf Bali ist es zum Glück noch nicht.

Athen – Akropolis adieu

Als Deutscher ist man in den meisten Ländern dieser Welt eigentlich immer willkommen. In Athen hingegen verschweigt man seine Herkunft lieber oder versucht einen österreichischen Akzent zu imitieren. Wer hofft, in Athen ähnlich nette Griechen, wie bei seinem Stamm-Restaurant zu treffen, wird bitter enttäuscht. Die Athener stehen den Berlinern in puncto Unfreundlichkeit kaum nach. Zudem ist die Stadt ein einziges Verkehrschaos. Um zum “Highlight” der Stadt – der Akropolis – zu kommen braucht es gut und gerne Stunden.

Der Tempel selbst ist ebenfalls eine große Enttäuschung. Menschenmassen drängen sich den steilen Anstieg hinauf, um von einer Baustelle auf das Verkehrschaos zu blicken – irgendwie seltsam dafür auch noch rund 20 Euro zu bezahlen.

Als Alternative muss man gar nicht das Land wechseln, es reicht schon, aus Athen zu fliehen. Die Griechen haben einige der schönsten Inseln der Welt und wer schonmal einen Sonnenuntergang auf Santorini gesehen hat, kann das bestätigen.

Nairobi – eine Hauptstadt ohne Zauber

Angeblich die heimliche Hauptstadt Afrikas – hoffen wir mal, dass es geheim bleibt. Denn Nairobi verliert den Vergleich mit so ziemlich jeder afrikanischen Stadt. Es ist dreckig, die Leute sind unfreundlich und die Stimmung in der Stadt ist milde gesagt eher angespannt. Es fehlt jeglicher afrikanischer Zauber.

Der berühmte Nairobi Nationalpark liegt direkt an der Autobahn und kann immerhin mit einem überteuerten Eintritt punkten. Und sonst so? Nicht viel zu holen. Schade eigentlich, denn die Lage und die einigermaßen günstigen Flugpreise nach Nairobi können neue Afrika-Liebhaber anziehen. Also am besten die Hauptstadt Kenias nur als Umsteigepunkt nutzen und weiter Richtung Kilimandscharo und Sansibar düsen.

Über den Reisepodcast

Normalerweise berichten Adrian und Christoph in ihrem Reisepodcast Welttournee über die schönen Ecken dieser Welt und geben Tipps und Trick zum Nachmachen. Ob kulinarisch im Georgien Podcast oder abenteuerlich auf  Ukraine Reise – die beiden Weltenbummler waren viel unterwegs – alles mit 30 Tage Urlaub und kleinem Budget. Die Folgen gibt es zum Nachhören auf allen bekannten Podcast Plattformen.

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